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Praktische Ansätze zur Personalisierung Ihrer Ernährung – Teil 2

März 12th, 2020 Posted by Allgemein No Comment yet
In diesem Artikel
4. Prüfung des Grundumsatzes
5. Ihren Körper verstehen
6. Genetische Tests
Fazit

In unserem vorigen Artikel – Praktische Ansätze zur Personalisierung Ihrer Ernährung – Teil 1 – haben wir Ihnen bereits einige Möglichkeiten vorgestellt wie Sie herausfinden können was Ihr Körper braucht um optimal zu funktionieren. In diesem Teil möchten wir Ihnen noch weitere Ansätze erläutern. Sie müssen nicht jeden dieser Ansätze nutzen, jedoch hilft Ihnen jeder einzelne Ihren Körper und seine Bedürfnisse noch besser zu verstehen.

4. Prüfung des Grundumsatzes 

Ihr Grundumsatz bestimmt die Menge an Energie (Kalorien), die Ihr Körper in Ruhe verbraucht. Der menschliche Körper braucht ein gewisses Grundmaß an Kalorien, um die wichtigsten Körperfunktionen (Atmung, Kreislauf, Stoffwechsel) aufrecht zu erhalten. Logischerweise hat nicht jeder Mensch den gleichen Grundumsatz. Er ist abhängig von Faktoren wie Geschlecht, Alter, Größe, Genetik, Hormonen und der Körperzusammensetzung.  

Gemessen wird er durch die Analyse der Menge an Sauerstoff, den Ihr Körper verbraucht, und der Menge an Kohlendioxid, welches Ihr Körper produziert.  

Eine Prüfung Ihres individuellen Grundumsatzes kann Ihnen also dabei helfen herauszufinden was Ihr Grundbedarf an Energie (Kalorien) ist. Demnach lassen sich Programme zur Gewichtsabnahme, oder dem Gewichtserhalt besser auf Ihre Bedürfnisse abstimmen.  

Aber Vorsicht! Kalorien sind nicht gleich Kalorien! Nehmen Sie beispielsweise 1000 Kalorien in Form von Big Macs zu sich wird Ihr Körper anders reagieren als führten Sie die gleiche Kalorienmenge in Form von Salat zu sich. Das bedeutet Kalorien zählen allein ist nicht ausreichend um sich optimal zu ernähren!  

5. Ihren Körper verstehen 

Um bewusst mit Ihrer Ernährung umzugehen ist es essentiell Ihren Körper und seine Reaktionen auf bestimmte Lebensmittel zu verstehen. Sie können beispielsweise darauf achten (und schriftlich festhalten) wann Sie in der Regel hungrig sind, wie lange Sie nach einer Mahlzeit satt sind, oder wie Sie sich nach dem Essen und vor Allem nach bestimmten Lebensmitteln fühlen. Sie können beispielsweise aufzeichnen wie eine Mahlzeit Ihre Energiespiegel, Verdauung, oder geistige Klarheit beeinflusst.

Wenn Sie bestimmte Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Auslöser gründlicher analysieren wollen, können Sie mit einer kurzen Eliminationsdiät beginnen. Sie entfernen alle potenziellen Entzündungsauslöser des Immunsystems für mindestens 30 Tage. Damit geben Sie Ihrem Körper die Chance, jegliche chronische Entzündungsreaktion auf Lebensmittel zu reduzieren und schaffen gleichzeitig eine gute Ausgangsbasis für Verbesserungen. Wenn Sie die zuvor ausgeschlossenen Lebensmittel langsam wieder einführen, wird Ihr Körper eine viel höhere Empfindlichkeit haben und Sie können feststellen, ob Sie auf diese Lebensmittel schlecht reagieren oder nicht.  

6. Genetische Tests 

Bevor wir in der Lage waren mit Leichtigkeit Lebensmittel über den gesamten Erdball zu transportieren und tropische Früchte am Nordpol – oder frischen Alaska Seelachs in Dubai zu essen, wurde die Ernährung fast ausschließlich von der Umgebung bestimmt. Nordeuropäer hatten beispielsweise eine ganz andere Ernährung als die Afrikaner südlich der Sahara oder die Südostasiaten. Infolgedessen entwickelten unsere Vorfahren im Laufe der Jahrtausende genetische Anpassungen an die Nahrungsmittel, die in ihrer Umgebung natürlich verfügbar waren. 
 
Mit anderen Worten, je nachdem, woher Ihre Vorfahren stammen, sind Sie möglicherweise geneigt, mit bestimmten Lebensmitteln besser zurechtzukommen. 
 
Die Genetik wirkt sich beispielsweise auf den Gehalt an kohlenhydratverdauender Speichelenzyme, proteinverdauender Salzsäure und Galle für den Fettstoffwechsel aus. Das bedeutet, dass Ihre Fähigkeit, Energie aus bestimmten Nahrungsmitteln zu gewinnen und diese richtig zu verdauen, in gewissem Maße von Ihrer Genetik beeinflusst wird. Wenn Ihre Abstammung in Südamerika liegt, wo die traditionellen Nahrungsmittel normalerweise einen hohen Kohlenhydrat- und Stärkegehalt aufweisen, ist es wahrscheinlich, dass Sie kohlenhydratreiche Nahrungsmittel wie Getreide, Knollen und Früchte leichter verdauen und verarbeiten können.  
 
Wenn Sie mit Sicherheit wissen, woher die meisten Ihrer Vorfahren stammen, ist dies vielleicht schon alles, was Sie tun müssen. Essen Sie einfach so nah wie möglich an der traditionellen Ernährung in diesen Regionen, und es wird Ihnen vielleicht viel besser gehen als einem Nordeuropäer, der täglich Steak-Tacos mit extra Guacamole isst. 
 
Für diejenigen unter Ihnen die Ihren Familienstammbaum nicht mehr als zwei Generationen zurückverfolgen können, könnten Gentests interessant sein.  
 
Mit Hilfe von Gentests können Sie feststellen, welche Gene Sie besitzen, die Ihre Reaktionen auf bestimmte Lebensmittel, die bevorzugten Makronährstoffverhältnisse, die Anfälligkeit für Nährstoffmängel und die Wahrscheinlichkeit für bestimmte Lebensstilkrankheiten beeinflussen können. 
 
Wissenschaftler haben eine Reihe von genetischen SNPs* (Single Nucleotide Polymorphisms) ermittelt, die Ihnen bei der Entscheidung helfen können, ob Sie beispielsweise mehr oder weniger Folat, Cholin, Vitamin C, Fettsäuren, Stärke oder Koffein zu sich nehmen sollten. Zu den am häufigsten bekannten genetischen Varianten, die mit der Ernährung in Verbindung gebracht werden, gehören[1]:  

FTO (Körpergewicht und Fettzusammensetzung) 
MTHFR (Folsäure, Vitamin-B-Stoffwechsel) 
TCF7L2 (Blutzucker-Regulierung) 
APOE4 (Cholesterin) 
FADS1 (Fettsäure Stoffwechsel) 
CYP1A2 (Koffein Stoffwechsel)   
 
Durch einen Gentest können Sie möglicherweise feststellen, welche SNPs Sie besitzen, und Ihre Ernährung entsprechend anpassen.  

Ein großer Vorbehalt hier: Gentests stecken noch in den Kinderschuhen. Wir wissen eigentlich nicht, ob die Varianten, die sich in unseren genetischen Berichten zeigen, tatsächlich aktiviert sind. Und schlimmer noch, einige Gentests werden für ungenau oder sogar nutzlos gehalten. Sicher, Gentests können Ihnen helfen sich bewusster zu ernähren, jedoch ist der tatsächliche Einfluss Ihrer SNPs im Gesamtbild Ihrer Ernährung und Ihres Lebensstils wahrscheinlich wahrscheinlich geringer als andere Faktoren in Ihrer Ernährung und Ihrem Lebensstil.  

*Als Single Nucleotide Polymorphism, kurz SNP, werden in der Genetik verschiedene Variationen einzelner Basenpaare (single nucleotids) innerhalb eines DNA-Strangs bezeichnet.  

Fazit:  

Es gibt eine ganze Reihe an Möglichkeiten die für Sie passende Ernährung zu finden. Seien Sie sich Ihrer Bio-Individualität bewusst und was Sie von Ihrem Körper mit verschiedenen Tests lernen können. Team SWITALLA steht Ihnen gerne bei der Auswahl und Durchführung der passenden Tests zur Verfügung.  
Kostenlosen Infotermin vereinbaren 

Quelle: 

1. Celis-Morales, C., Livingstone, K. M., Marsaux, C. F. M., Forster, H., O’Donovan, C. B., Woolhead, C., … Mathers, J. C. (2015). Design and baseline characteristics of the Food4Me study: a web-based randomised controlled trial of personalised nutrition in seven European countries. Genes and Nutrition10 (1).  

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